Eigentlich ist dies nur ein Nachtrag zu den blauen Augen (23.12.2008): Am Anfang war das Wort. Damit hat ein Schöpfer, so es ihn den gibt, oder zumindest der oder die Textschöpfer (die es sicher gab) gleich eines klargemacht, wenn auch wohl unfreiwillig – das Absolute schweigt. Ist doch das Wort, wenn nicht bloß selbstgenügsames (etwa mathematisches) Zeichen ebenso Krücke wie Brücke jeden Sagens. Nicht nur, ja nicht einmal in erster Linie, weil es missverstanden werden könnte, sondern weil es in mannigfacher Weise richtig verstanden werden kann, zur selben Zeit wie von Zeit zu Zeit. Erst recht das Wort, das in Metaphern, Vergleichen, Gleichnissen, Allegorien spricht – ganz abgesehen davon, dass es in verschiedenen Sprachen nicht nur anders klingt sondern mitunter anders und Anderes bezeichnet. Schließlich moduliert der Sprecher ja auch nicht nur den Klang, sondern auch ein Stück weit Bedeutungen, ebenso wie Melodie und Inhalt an ihm modulieren. Damit ergibt sich ein Haufen Relation, ein ganzes Netz von Bedingtheiten. Und dieses Netz unterwirft jedes Unbedingte, möge es auch noch so tiefsinnig gedacht oder noch so inbrünstig geglaubt werden, einem Wenn – dann. Es teillt sich nur relativ mit – und schweigt gerade in den ihm ureigenen zeit-raumlos umfassenden Dimensionen. Daran kann kein Wissenschaftsrat, keine Glaubenskongregation, kein Papst oder Patriarch, kein Rabbi, kein Imam etwas ändern, selbst mit erhobenem Mahnfinger sogar mit linientreuen Gewehrläufen nicht.